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Konstantin Wecker

Am Flussufer - Solo

Sich treu bleiben auch in der Veränderung - das macht die Einzigartigkeit von Konstantin Wecker seit drei Jahrzehnten aus. Nach der politisch prallen LP „Vaterland“ (2001) kommt das neue Album „Am Flußufer“ eher leise daher und doch in allen subtilen Facetten unüberhörbar weckerisch. Thematische Schwerpunkte sind Kinderwelt und Erwachsenenwelt, Authentizität, Identität und schlitzohrige Verweigerung. „Der Unterschied zwischen Kunst und dem Kommerzbetrieb ist ein ganz Entscheidender“, so Wecker, „der Dichter sagt nicht - werde wie ich! Er sagt, werde wie du. Er weist dich darauf hin, dass du DU sein sollst. Der Verführer in der Popbranche sagt: kleide dich wie ich, höre nur meine Musik, werde wie ich, führe mein Leben. Deshalb ist bei vielen der neuen Lieder ein Punkt ganz wichtig - das Loslösen von diesen Fremdidentifikationen, denen man aufsitzt. Ich denke auch, unsere politische Chance ist die Verweigerung.“ Gleichzeitig erfüllte sich der Münchner Liedermacher, dessen neuer Roman „Der Klang der ungespielten Töne“ kürzlich bei Ullstein erschien, mit diesem Album einen langgehegten Wunsch: er spielte es mit allen Musikern im Studio im Liveverfahren ein. Im Frühjahr 2005 stellt Wecker sein neuestes Werk „Am Flußufer“ auf seiner großen Konzerttournee vor. Seine Fans dürfen sich jetzt schon auf ein poetisches Fest freuen!

Sie sprachen auch von einer Spiritualität bei den Aufnahmen.... „Hakim Ludin ist ein wichtiger spiritueller Faktor in der Band, ein Afghane, der mit den Perkussions fast nur Sounds gemacht hat. Durch ihn habe ich viel über das Musizieren in Afghanistan gelernt. Dass Musik dort auch immer eine spirituelle, religiöse Komponente und immer mit dem Leben zu tun hat, mit dem eigenen Bewusstsein.“
br> Seit dem letzten Album „Vaterland“ sind drei Jahre vergangen, wieso? „Bei Liedtexten und Lyrik muss ich warten, bis mich der Text kriegt. Da hilft auch kein Jammern und Klagen. Die Abstände werden im Alter wahrscheinlich immer länger. Auch, weil ich schon sehr viele Themen in Liedern abgehakt habe. Irgendwann bin ich nachts um vier aufgewacht, da sind die ersten Texte geströmt. Und dann wusste ich, jetzt kommt ein Album zusammen. Das hat sich also bereits in mir geschrieben. Schlüssel war „Dem Mond entgegen“ als reines Gedicht, dann kam der Refrain von „All die unerhörten Klänge“. Die Texte sind alle innerhalb von zwei bis drei Monaten entstanden. Die Musik ist eine nonverbale Sprache, da ist es einfach, sich auszudrücken unter Ausschaltung des Gehirns. Die Sprache ist immer etwas Rationales. Doch bei Lyrik kommt die Inspiration aus einer nonverbalen Sprache, die du mit einer rationalen Sprache ausdrücken musst. Der vollendeste Meister in der deutschen Sprache ist da für mich natürlich Rilke. Vielleicht sind in einem schon die Worte, und man lässt sie nicht zu. Wann öffnet man den Kanal? Die Griechen haben ein schönes Wort dafür, den Kairos. Der Kairos ist der richtige Zeitpunkt, den du dann aber auch packen musst.“