Lustspielhaus
münchner LACH+SCHIESS gesellschaft EULENSPIEGEL CONCERTS VEREINSHEIM Die Anstalt
Ottfried Fischer

Was tun?

Was tun - leicht gesagt, schwer getan. Nachdem er als Edel-Stadtstreicher zwischen Schein und Sein den "goldenen Schluck" offensichtlich überlebt hat, tigert er nun als "Kompromiß-Autist" durchs Wartezimmer seines Pyschotherapeuten, rutscht ungeduldig und beunruhigt auf den Stühlen der Selbsterkenntnis hin un her, wartet auf Erlösung - mit der großen Sehnsucht "im Faß der Veränderung der erste Tropfen zu sein oder dieses als letzter Tropfen zum Überlaufen zu bringen."
Ottfried Fischer spielt Warten auf Godot auf seine Weise, also bitte mit Bonmot (reimt sich so fein, freut er sich), und er spielt ehrlich (wieder in der sensiblen Obhut der Regisseurin Gabriele Rothmüller). Warten zwischen Hoffen und Bangen - für Fischer ist Warten Hölle, Verdammnis; die Angst vorm Warten wird zur Angst vor dem, auf das man wartet. In der Zwischenzeit vertreibt er sich und uns die Zeit mit (selbst)ironischen Betrachtungen über die "Anpassungs-Rentabilität" eines menschlichen Werdegangs (Karriere im aufrechten Gang?), über Eitelkeiten, Gemeinheiten, Dummheiten von Fernseh- und Filmleuten, von Politikern und deren Wählern, über die speziell bayerische Art der Proskynese (liegende oder kniende Ehrenbezeigung) gegenüber der CSU (für Fischer die Partei der christ-sozialen Untertanen)...