Lustspielhaus
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Alfred Mittermeier

Ochsentour

Ein Lichtkegel, ein Barhocker, ein Mann und seine Geschichte. Mehr nicht? Nein, mehr nicht!
Mehr braucht er nicht. Er nicht und auch das Publikum nicht. Er ist ein Typ. Und Typen wie er brauchen nichts. Sie haben Charisma und sind glaubhaft.

Ochsentour heißt das Programm von Alfred Mittermeier (Regie: Susanne Brantl): eine persönliche Biographie, ein chronologisches Wirrwarr, bitterböse, ohne Schnickschnack.

Nach einer ruhigen Schwangerschaft ("für mich war das wie Urlaub"), geboren in einem Ort, den niemand kennt ("sie finden das nicht, weils da immer Nebel hat"). Eine Kindheit mit einem Tausendsassa als Großvater ("der Opa, der war so richtig schräg drauf") und einem hochbegabten Bruder ("Papa, der Michal ist zu intelligent für uns zwei"). Durch den Religionsunterricht zum Sänger auf die größten Bühnen der Welt. Als Rockstar von dort zurück auf einen Bauernhof.
Sein unbändiger Trieb nach Freiheit und Aufstand machen ihn zum ehrlosen Geächteten und einen anderen zum Bayerischen Ministerpräsidenten. In höchster Not rettet ihm der Tod das Leben und verliert dabei fast sein eigenes.
Es ist eine von tausendundeiner Geschichten, die Alfred Mittermeier erzählt. Anfangs noch gemächlich ("ja, so war das"), entwickelt sie sich zu einem phantastischen Trip ohne Start und mit Ziel.
So minimal Mittermeier agiert, so grenzenlos ist seine Story. Eine knapp zweistündige Achterbahnfahrt ohne Schienen, Raum und Zeit. Das Publikum ist Passagier und hebt mit ihm ab. Mittermeier bestimmt den Kurs, das Tempo und setzt dort zum Looping an, wo keiner damit rechnet. Das verursacht zuweilen Kopfschütteln und Schwindelgefühle. Und trotzdem folgt ihm das Publikum und läßt sich immer tiefer hineinziehen in seine skurrile Welt.

Dabei erzählt Alfred Mittermeier nur von sich. Und quasi im Vorbeigehen rechnet er ab: schonungslos, bedingungslos, gnadenlos, bayrisch. Er trifft ins Mark, scheinbar aus dem Handgelenk, so daß einem das Lachen im Hals stecken bleibt, während der Sitznachbar noch feixt.
Nacheinander holt er sich alle: Personen, Institutionen, Trends. Alle, die seinen Weg kreuzen. Erst spielt er mit ihnen, dann demaskiert er sie bis zur häßlichen Kenntlichkeit. Zielsicher, präzise ohne Fäkalsprache. Die braucht er nicht.
Er ist ja ein Typ. Und so einer braucht nichts außer einem Barhocker und einem Lichtkegel.

Drei Fragen gibts, über die sich Alfred Mittermeier besonders freut:
Ist das alles wahr, was Sie da erzählen?
Sind Sie mit Michael Mittermeier verwandt?
Sind Sie wenigstens mit Rosi Mittermaier verwandt?