Lustspielhaus
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Sigi Zimmerschied

Zeitgeister

eine Montage

Irrlichternde Beamte und fehlende Füße. Ein großer müder Gott, ein kleiner, wacher Künstler, Richard der Dritte und Hubert der Letzte. Die geile Geli, kotzende Holzwürmer, zersoachte Straßenecken und Zwergdellatschen. Kürbisrosettenstecher und Fickmeister. Pampelmusenentkerner, Pizzas ohne Artischuck, Schrumpfköpf und Semmelbatzlaung. Einarmige Gitarristen und junge wilde Dramatiker. Dies irae und olle sanma a bißal gleich.
Aus der Bild- und Textfülle von 35 Jahren collagiert Sigi Zimmerschied ein gespenstisches Mosaik, kombiniert Texte quer durch die Jahrzehnte, die miteinander streiten, sich widerlegen, weitertreiben, auflösen. Attacken, Nabelschauen, Hinrichtungen und Larmoyanzen. Ein Zeitgeistertanz um den Irrglauben der Evolution. Eine Hymne an das Vergnügen der Heillosigkeit. Werkschau und Wiedergeburt.
Und wem das alles zu kryptisch klingt, dem sei nahe gelegt, was der ansonsten so verschlossene Heimatdichter Thomas Bernhard in einfachen Worten und voll Bewunderung über ihn in der Bäckerblume geschrieben hat:
"Was er, der daneben lebt wie ein Scheißhaussepp, ausschwitzt, beschenkt alle Betondeppen und Diddihasis mit der Gnade des Hirnrisses, damit der miese, verfaulte, dreckige Dreck entweichen kann und sie mit allen Schartls in Frieden und Freiheit frohlispeln: Ihobs."