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Wolfgang Niedecken

Wolfgang Niedecken liest & singt autobiographisches aus "Für 'ne Moment"

Niedecken singt und liest Autobiographisches.
Er bringt in seinen Liedern den Kölner Dialekt zum Funkeln und verbindet politische Wachsamkeit mit humanitärem Engagement. Er sichert Spuren und ist ein Chronist des Zeitgeschehens. Nun legt Wolfgang Niedecken, bildender Künstler, BAP-Sänger, Songschreiber, zum 60. Geburtstag am 30. März 2011 seine Autobiographie vor. Blicke zurück auf eine bewegte Zeit. Augenblicksbilder, die zu leuchten beginnen: „… und was in der Gegenwart immer nur einzelne Momente sind, ordnet sich in der Erinnerung zu einer Geschichte, die unerschütterlich behauptet: Das bist du, das ist dein Leben …“
„Für ‘ne Moment“, entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Literaturwissenschaftler Oliver Kobold, spielt mit den Konventionen autobiographischen Schreibens und setzt sie so manches Mal außer Kraft. Nicht um das chronologische Abarbeiten von Lebensdaten geht es, aber auch nicht um ein Ich, das sein Privatleben bis ins Detail offenlegt. Stattdessen addieren sich die sechs langen Kapitel des Buches zu einem unabgeschlossenen, kunstvoll komponierten Entwicklungsroman, der den Leser in verschiedene Zeiten, Länder und Situationen führt. Die ‚Lebensgeschichten‘ von Wolfgang Niedecken erweitern dabei immer wieder die Perspektive vom Persönlichen ins Allgemeine. Debatten in Gesellschaft und Politik scheinen auf, künstlerische Positionen werden verhandelt, Zeitumstände geraten in den Blick.
Im Mittelpunkt stehen Wendepunkte: Zeiten des Wandels, des Neubeginns, des Hinterfragens und des Luftholens. Momente neuer Inspiration; Momente, in denen Begegnungen und Zufälle, Ereignisse und Begebenheiten das Leben in eine andere Richtung lenken. Entscheidungen werden getroffen, Krisen nehmen dem Leben den Schein des Bekannten, unerwartete Entwicklungen verlangen ein Umdenken und lassen die Dinge in neuem Licht erscheinen.
In „Für ‘ne Moment“ erzählt Wolfgang Niedecken von einer Kindheit zwischen Trümmern im Nachkriegs-Köln, vom katholischen Internat und der Rebellion gegen Autoritäten. Vom Malereistudium und der New Yorker Kunstszene der siebziger Jahre. Von den ersten Texten auf Kölsch, den tragikomischen Anfängen mit BAP und den Triumphen des überregionalen Durchbruchs. Vom Songschreiben und vom Unterwegssein. Von den geplatzten Konzerten in der DDR und den exotischen Konzertreisen nach Nicaragua, Mosambik, China und die ehemalige Sowjetunion. Von den Begegnungen mit Vorbildern wie Heinrich Böll und Bob Dylan, von den Freundschaften und Kollaborationen mit Wim Wenders und Bruce Springsteen. Es sind Geschichten, die vom Mut der Verzweiflung handeln, vom unbedingten Willen weiterzumachen und davon, wie es sich in der noch immer jungen Kunstform Rock’n’Roll in Würde altern lässt. Sie führen ins Offene. Die Zukunft steht immer noch aus.