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Mathias Kellner

Zeitmaschin'

Nach seinem ersten Soloalbum „Hädidadiwari“ stellt Mathias Kellner im März seine zweite Platte mit Songs durchweg in Mundart vor. „Zeitmaschin“ heißt sie und man kann das gute Stück mit Fug und Recht als Konzeptplatte bezeichnen.

Während der Vorgänger „Hädidadiwari“ für Mathias eine musikalische Bestandsaufnahme des Hier und Jetzt war, reist er in „Zeitmaschin“ zurück in seine Kindheit und Jugend und knüpft so nicht nur die inhaltlichen Bande vom ersten zum zweiten Album, sondern liefert uns musikalisch wie inhaltlich eine kleine Hommage an die 80er und 90er Jahre. Im Song „Kloana Bua“ zum Beispiel schmeißt uns Kellner mitten hinein in die Hochs und Tiefs einer Landjugend mit Mofa, Rumhängen mit Kumpels und dem ersten großen Liebeskummer; beschreibt diese Wahnsinns-Zeit, die Hürden des Erwachsenwerdens und das nie stillstehende Gefühlskarussell im Kopf.

Was sich beim ersten Soloalbum seinen Weg bahnte, hat sich mit „Zeitmaschin“ nun gefestigt. „Durch 'Hädidadiwari' hat sich viel Kreativität angestaut“, sagt Mathias. „Ich habe gemerkt, dass ich mit dem Bairischen eine ganz neue, andere Ader anzapfen kann, neue Ideen; und dass alles viel näher und intensiver ist.“ Kellner setzt dabei musikalisch auf einen reduzierten Sound und packt diesen in ein neues, frisches Gewand aus folkigen Rhythmen und poppigen Akkorden. Die Songs sind frech und verspielt, eine Reise zurück in Kellners Jugend. „Soulstampfer“ hat beispielsweise diese kantig-grungigen Gitarrenklänge der 90er und ist so unausweichlich wie ein Soundgarden-Song und „Cortez“ besitzt diese Britpop-Melancholie, die man früher von Oasis kannte. „Zeitmaschin“ bedient sich hier und da der verschiedenen Klänge der 80er und 90er (natürlich der die Guten!) und dazu gibt es mit Kassettenvorspulen als Intro zu „Soulstampfer“ auch geräuschtechnisch eine kleine Reminiszenz an die Mixed-Tape-Zeit.

Ein richtiges Konzeptalbum also, das live präsentiert nicht nur musikalisch und inhaltlich Kellners Kindheit und Jugend streift, sondern passend zu den Lausbubensongs und Liebeskummergeschichten hier und da die passende Anekdote aus dem Leben des Kellner liefert. Denn Kellner erzählt G'schichten mindestens genau so gut wie er Musik macht, deswegen darf man sich bei einem Konzertabend auch auf einen urkomischen und unterhaltenden Abend freuen.