Lustspielhaus
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Simon Pearce

Pea®ce on Earth!

Simon Pearce, der „Prince Charming“ (Süddeutsche Zeitung) der neuen Kabarett & Comedy Szene, hat nach seinem erfolgreichen ersten Soloprogramm noch nicht genug, oder besser gesagt: jetzt legt er richtig los!

Nachdem Simon uns in „Allein unter Schwarzen“ in seine Kindheits- und Jugenderinnerungen ins tiefschwarze Bayern entführt hat, geht die Reise durch sein Leben nun weiter. Denn der „Eddy Murphy aus Puchheim“ (Freisinger Tageblatt) hat noch viele Anekdoten aus seinem Leben auf Lager mit denen er sein Publikum aufs Beste unterhält, und das mit einer Leichtigkeit und Spielfreude wie kein Zweiter.

Denn pointiert und lebhaft erzählen, das kann Simon Pearce einfach meisterhaft.Und weil Simon auch noch gerne über den Tellerrand hinaus schaut, nimmt der Sohn einer bayerischen Volksschauspielerin und eines Nigerianers nicht nur München und Bayern, sondern gleich die ganze Welt unter die Lupe.

Werde ich schneller alt und schrullig als meine Mutter? Ist es sinnvoll als reiseunerprobter Mensch mit Liebeskummer alleine in einen Urlaub ans andere Ende der Welt zu starten? Welcher Alltagsrassismus existiert tatsächlich und welchen bildet man sich nur ein? Wie viel Rassismus trägt vielleicht jeder selbst in sich? Hat die Flüchtlingskrise eine Zweiklassengesellschaft unter Menschen mit Migrationshintergrund geschaffen? Wie fühlt es sich an, als ehemaliger Dauerkunde der Polizei plötzlich an Silvester am Hauptbahnhof durchgewunken zu werden? Wirke ich etwa nicht mehr gefährlich genug? Und wenn alle Menschen „warum immer ich“ denken, dann kann daran doch etwas nicht stimmen …

Simon Pearce hat einfach Spaß am Leben und auf der Bühne, und daran lässt er alle gerne teilhaben. Und wenn er die Menschen damit auch noch zum Nachdenken anregen kann sind die besten Voraussetzungen für sein großes Ziel ja schon mal gegeben: PEACE ON EARTH!

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Kritik Süddeutsche Zeitung, Thomas Becker, 06.10.2017

Herrlich bunt

Simon Pearce mit seinem neuen Programm im Lustspielhaus

Vorne rechts stimmt etwas nicht. In der ersten Reihe des proppevollen Lustspielhauses sitzt ein mittelaltes Paar vor zwei Gläsern Spezi und schafft es, in zweieinhalb Stunden nicht einmal die Miene zu verziehen. Kein Schmunzeln geschweige denn Grinsen huscht ihnen übers Gesicht - während ringsum nur so gegrölt, gestrahlt, gegluckst und geprustet wird vor Lachen. Auf der Bühne steht nämlich Simon Pearce, und es gibt wohl nicht allzu viele Menschen, die sich dort noch wohler fühlen als er.

Was er im neuen Programm "Pea(r)ce on earth" so macht? Nun, erst mal seine 75-jährige Mama, die auch noch im Publikum sitzt, aufs Übelste beleidigen, dann über seine hässlichen Füße und die auch im Ansatz kaum auszumachende Glatze jammern und sich schließlich wie Gernot Hassknecht aufführen, weil vor ihm auf der Rolltreppe mal jemand das elfte Gebot missachtet hat: rechts stehen, links gehen.

Das soll lustig sein? Ist es, und wie! Genauso komisch wie seine Geschichten vom Zugfahren, der Flugangst, den Deutschen im Urlaub oder dem ersten Mal beim Urologen. Themen, die die Welt nicht braucht, die andere vor ihm schon tausendfach beackert haben - und doch schmeißt man sich weg, wenn er das auf der Bühne spielt. Pearce ist nicht nur der geborene Geschichtenerzähler, ausgestattet mit einnehmendem Wesen, gewinnendem Lächeln, Gespür für Timing sowie der Gabe der Selbstironie. Er ist auch ein begnadeter Ganzkörperspieler. Wie wichtig die ständige Hibbelei auf der Bühne für ihn ist, merkt man bei der Zugabe, als er im Sitzen aus seinem neuen Buch vorliest - da fehlt direkt was.

Ein herrlich bunter Abend, bei dem die Anekdoten geschmeidig in ruhigere, nachdenkliche Passagen münden. Pearce, im Bob-Marley-One-Love-Shirt, fragt, wo all die Wut und Aggressivität herkommt, nicht nur bei Terroristen und AfD-Wählern, auch bei sich selbst. Er weiß: Der innere Frieden kommt vor dem Weltfrieden, und diese Ruhe müsse man sich von innen holen, einfach bei sich bleiben. So gesehen ist das Spezi-Paar vielleicht ja längst auf dem richtigen Weg.